Euro Finance Week ? Gegenprogramm !

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Verfasst von admin am 7. November 2012 - 20:30

efw2012-flyer-titel.pngEnde November 2012 findet in den Frankfurter Messehallen zum 15. Male die Euro Finance Week statt. Erwartet werden 500 Akteure und 10.000 Besucher_innen aus der internationalen Finanz- und Versicherungsindustrie. Aus Politik und Ökonomie sprechen unter anderem Draghi, Blessing, Asmussen, Bouffier, Francioni und Schäuble.


Das Event hatte schon immer etwas Verschwiegenes an sich: Selbst die Presse ist nur zu kurzen Statements und zu den Preisverleihungen zugelassen, die interessierte Öffentlichkeit ist über exklusive Einladungen und Eintrittspreise (ab 8oo Euro aufwärts) ausgeschlossen.

Dieses "größte Branchentreffen von Finanz- und Versicherungsindustrie in Europa" in der Global City Frankfurt am Main rief bislang kaum Protest und Widerstand hervor, doch 2012 hat sich dies geändert. An die internationalen Proteste gegen die autoritäre Krisenpolitik der ökonomischen und politischen Eliten knüpfen wir mit unserer Protestwoche an:

Montag, 19.11.2012 | 8.30 Uhr
Kongresszentrum an der Messe

15 Jahre sind genug!
Wir begrüßen die Teilnehmer_innen der Konferenz, denn es ist Zeit, Abschied zu nehmen.

Montag, 19.11.2012 | 19.30 Uhr
Jügelhaus, Campus Bockenheim (neben dem Studierendenhaus)

Krise - welche Krise? Autoritäre Krisenlösungspolitik in der EU und der Widerstand dagegen

Scheinbar geht alles den gewohnten Gang: Der „deutsche Weg“ der Krisenüberwindung ist der einzige, der „Wohlstand für alle“ zu garantieren scheint. Aber selbst die höheren Etagen der Finanzwelt, die alljährlich die Euro Finance Week besuchen, scheinen nicht recht zu wissen, wo es die nächsten Jahre langgehen soll. Mehr Regulierung oder Deregulierung? Gibt es überhaupt ein anderes Ziel, als in der „Schuldenkrise“ der EU-Staaten die Vermögenswerte der Reichen zu retten? Und wenn Griechenland aus der EU geworfen wird, wer ist der Nächste – und wie kann man damit die Rendite steigern?

Aber auch die Alternativen der bundesdeutschen Linken zur Krise des Kapitals bleiben unpräzise. Zwischen „Sozialstaat retten“ und Kapitalismus „smashen“ kommen die unterschiedlichen Proteste nicht zusammen. Brauchen wir eine bessere regionale Vernetzung oder eine genauere Analyse? Wo sind Gemeinsamkeiten? Welche Bündnisse sind möglich?

Dazu schauen wir auf Bewegungen in anderen Ländern und diskutieren mit Thomas Seibert (IL) und Vertreter_innen von verdi, dem Netzwerk „Wem gehört die Stadt?“ sowie aus den Bürgerinitiativen gegen die Flughafenerweiterung.

Dienstag, 20.11.2012 | 15 bis 17 Uhr
Industrie- und Handelskammer (IHK) am Börsenplatz 4

"Wir schlagen unser Lager auf - vor dem Immobilien-Kolloquium!"

Das Kolloquium findet nicht zufällig und auch noch zum ersten Male während der Euro Finance Week statt. So kündigen sich selber an: "Die Immobilienwirtschaft zählt in Frankfurt-RheinMain mit einem Anteil von 18 Prozent an der regionalen Bruttowertschöpfung zu den wirtschaftlichen Schwergewichten. Darüber hinaus nimmt sie sichtbar Einfluss auf die bauliche und räumliche Gestaltung der Region und prägt deren Zukunft maßgeblich."
Die Immobilienbranche ist ein weites Feld aus Architektur, Beratung, Finanzierung, Planung, Bau und Organisierung. Die Landnahme all dieser Organisationen hat zur Folge, dass die Stadt Frankfurt am Main sich nur noch leisten kann, wer über einen besonders hoch bezahlten Job oder andere Geldressourcen verfügt. In den Metropolen wird vielen das Dach über dem Kopf geraubt, während es weltweit gleich die gesamten Lebensgrundlagen sind. Akteure wie Franconofurt, ABG-Holding, Nassauische Heimstätte und Caritas profitieren von der Weltwirtschaftskrise. Alle sind von dem Hype um das "Betongold der Immobilienbranche" betroffen, doch alles was Profit verspricht, wird gemacht. Lassen wir ihnen diese Rechnung nicht aufgehen.
Gruppen aus dem Netzwerk "Wem gehört die Stadt?" und aus dem Bündnis "No Troika" stellen die Eigentumsverhältnisse in Frage und wollen mit dieser Provokation in den städtischen Raum intervenieren. Leerstandsbesetzungen, wie 2011 in der Schumannstraße im Westend (Frankfurt) oder 2012 in der Oberen Austraße in Mainz; "Fette-Mieten-Parties" und bitter nötige Verhinderungen von Zwangsräumungen sind einige der möglichen Aktionsformen.
Die Widersprüche innerhalb der Global City Frankfurt zeigen sich in allen Lebensverhältnissen. Wir wollen Lücken in die Verwertungslogik reißen und Gemeinsamkeiten von unten erkunden.
Wir laden ein zur "belagernden Kundgebung", mit einem Wohnzimmer, das sicher nicht von den oberen Zehntausend bewohnt wird. Bringt Sitzgelegenheiten und alles andere mit, was euch zu Vertreibung, horrenden Mieten und Global City einfällt.

Mittwoch, 21.11.2012 | 19.30 Uhr
Studierendenhaus Campus Bockenheim

Protestzone Terminal*

Wer kämpft für oder gegen was am „Global Airport“? Was hat der Protest gegen den Lärm und die neue Rollbahn mit Wachstums- oder gar Kapitalismuskritik zu tun? Ist der Widerstand gegen Abschiebungen eine reine Menschenrechtsfrage oder mit einer Kritik an der Ökonomie des Rassismus verbunden?

„Wir ziehen an einem Strang“ lautete der bemerkenswerte Slogan, als am 13. August die Bürgerinitiativen gegen Flughafenerweiterung die Abschiebegegner_innen zu ihrer Montagsdemonstration eingeladen hatten. Wie weit reichen die Gemeinsamkeiten zwischen den Welten der Protestierenden?

NoTroika lädt zur ein zur Diskussionsveranstaltung mit Petra Schmidt von der Bürgerinitiative gegen Flughafenerweiterung Mörfelden-Walldorf: „Eine andere Mobilität ist nötig!“ und Marion Bayer vom Aktionsbündnis gegen Abschiebungen Rhein-Main: „Für das Recht auf Bewegungsfreiheit!“

Donnerstag, 22.11.2012 | 19.30 Uhr
DGB-Jugendclub, Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77

Aus dem Inneren der Türme

Vom Dienstleistungssektor, und hier vor allem den Banken, hängt vieles am "Standort Frankfurt", nicht zuletzt beschäftigungspolitische Hoffnungen richten sich auf diese Branche. Doch wie wird gearbeitet in den „Global Banks“? Wer arbeitet für wen? Wie funktionieren die Entlohnungsstrukturen und wie sehen die Lohnhierarchien bei den Angestellten aus? Welche Arbeitsbedingungen haben die Putzkräfte? Wer hat welche Probleme und Forderungen? Was sind die Unterschiede und wo gibt es Gemeinsamkeiten zwischen den Welten der Beschäftigten?

NoTroika lädt ein zur Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Sigmar Kleinert , Betriebrat und Aufsichtsrat der DZ-Bank, zur Situation bei den Bankangestellten und Lars Dieckmann, Projektleiter bei der IG BAU, zur Situation der Reinigungsarbeiter_innen; Moderation: Kirsten Huckenbeck, Zeitung Express

Freitag, 23.11.2012 | 18 Uhr
Kaisersack vor dem Hauptbahnhof Frankfurt

Demo "In Ruhe dinnern ist nicht mehr! Solidarität gegen Standortkonkurrenz und Spardiktat – weltweit“

Die EFW endet mit einem Benefiz-Gala-Dinner in der Alten Oper. Zum Abschluss des Gegenprogramms tragen wir unsere Kritik an der Euro Finance Week und unseren Widerstand gegen autoritäre Krisenpolitik und lokale Verdrängungsprozesse nochmal geballt auf die Straße und lautstark vor die Alte Oper. Der Aufruf zur Demo wird von NoTroika Rhein Main und dem Krisenbündnis Frankfurt sowie weiteren Gruppen getragen. Zusätzliche Unterstützer_innen sind erwünscht.

Download: Flyer

*supported by SDS.Frankfurt

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